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Archiv verlassen und die Seite im Board anzeigen: Selbstmord

Victoria
12.03.2010, 16:29
Hi

Selbstmord ist in einer Hinsicht unglaublich feige . Auf der anderen Seite wiederum verdammt mutig .

Tja Selbstmord ist eines der Dinge die in unserer Gesellschaft völlig falsch dargestellt werden, wie alle Dinge die mit dem Tod zu tun haben. Es ist und bleibt eines der größten Tabuthemas. Ganz gleich ob es sich dabei um Sterbehilfe, Nahtoderlebnisse, oder Selbstmord handelt.

Ich kann es ja verstehen, wenn Menschen sich zu diesem Schritt entscheiden. Im übrigen hat ja jeder die Macht über sein eigenes Schicksal zu entscheiden.

Aber andererseits welches Recht hat man Familie, Freunde und Partner im Stich zu lassen?! Wie ihr seht ist das ein doppelschneidiges Schwert^^

Wie denkt ihr darüber?


lg Vicky

MdominiqueX
12.03.2010, 16:32
Freitod ist für mich eigentlich noch schlimmer als Tod.
Wie schlecht muss es einem Menschen gehen, dass er sich zu sowas entscheidet? Das kann ich mir bei weitem nicht vorstellen, das muss dann ja echt verdammt schlimm sein...
Wenn man alles aufgibt...Das Leben, Freunde, Familie...
Nagut, in einigen Fällen kann man es auch wirklich verstehen. Wenn man im Leben nichts auf die Reihe bekommen, man hat eine Sucht und kommt nicht mehr von ihr los, man hat keine Freunde und auch keine Familie mehr, in der Liebe hat es auch nie geklappt..
Das ist schon wirklich schlimm sowas...das wünsche ich niemanden!

Predkrieger
12.03.2010, 19:40
Ich finde nicht, dass es ein Tabuthema ist.
Die Sterbehilfe lasse ich jetzt mal außen vor, da es jedem Menschen diese Entscheidung selbst überlassen werden sollte und
nicht durch ein Gesetz gegen seinen Willen am Leben gehalten werden sollte. Ende Januar hatte sich ja ein schwerkranker Renter in Großbritannien sich in die höchsten Instanzen gekämpft um endlich seinen Frieden schließen zu können, da jene Gesetze einem dieses Recht entziehen. Sowas zu sehen ist schrecklich, wenn man sich aber den Alltag eines solchen Schwerkranken vorstellt,
entschließt man sich wesentlich schneller für so eine Art um allgegenwärtige Schmerzen (die man nur unter Morphium aushält) und Verwandte, Freunde nicht mehr belasten zu müssen.
Zum Suizid sage ich nur eins es ist ERGEBNIS !!! Es spiegelt das Fehlverhalten vieler Personen, der Gesellschaft.
Es gibt jene, die einem gewissen Tiefpunkt erreicht haben und andere die durch ihren Tod Aufmerksamkeit erreichen wollen oder einfach durch den Beruf physisch den Totalschaden erreicht haben,
der mit Sitzungen und Therapien nicht mehr zu regenerieren ist.
Es gibt aber auch viele Menschen wie Domi es beschrieben, die durch wegen was auch immer ihre Familie verloren und keine anderen Menschen haben denen sie sich anvertrauen können,
somit fällt die Stütze weg, die einem in bestimmten Situationen auffängt und wieder Kraft gibt.

Victoria wrote:Ich kann es ja verstehen, wenn Menschen sich zu diesem Schritt entscheiden. Im übrigen hat ja jeder die Macht über sein eigenes Schicksal zu entscheiden.

Aber andererseits welches Recht hat man Familie, Freunde und Partner im Stich zu lassen?! Wie ihr seht ist das ein doppelschneidiges Schwert^^

Umdenken wer hat wen im Stich gelassen, das es zu einem Suizid kommen muss?? (Vorausgesetzt die Eltern etc sind nicht um welche Umstände auch immer verstorben)

Knuddelbär-balu
13.03.2010, 15:39
Ihr übergeht die vielen, die aufgrund psychischer Erkrankungen wie z.B. Depressionen sich das Leben nehmen ...

Wenn Menschen den subjektiven Eindruck haben, dass ihr Leben Sinn- und Inhaltslos ist und den ganz subjektiven Eindruck gewinnen, dass alle anderen gegen sie sind - eben vor allem als Inhalt und Symptom der psychischen Erkrankung - dann kann der unstillbare Wunsch, das alles hinter sich zu lassen, die absolute, tötliche Überhand gewinnen.

Und da ist es auch falsch davon zu sprechen, dass man die anderen im Stich lässt - denn letztendlich ist jeder doch nur für sich selbst verantwortlich. Ich lebe grundsätzlich ersteinmal für mich - und nicht für andere ...
Und die oben erwähnte Todessehnsucht kann sogar größer und stärker werden als die Mutterliebe und die mütterliche Verantwortung gegenüber ihren Kindern.

Und ich halte es für falsch, anderen die generelle Verantwortung für den Selbstmord eines Menschen zuzusprechen. Sicher gibt es immer wieder Fälle, in denen Menschen andere bewußt und vorsätzlich in den Tod - in den Selbstmord treiben. Aber das sind Ausnahmen.

Grundsätzlich halte ich es daher für absolut falsch, im Zusammenhang mit Selbstmord von SCHULD und VERANTWORTUNG zu sprechen; weder in der einen noch der anderen Richtung.

UfoFreak
31.03.2010, 15:51
Meine Meinung zu dem Thema kurz und nüchtern:

Wenn jemand so weit ist das er wirklich Selbstomord begehen will, dann darf und sollte er es auch tun. Dann gibt es ohnehin keine andere Hilfe mehr.

*DC*
13.05.2010, 19:41
Und da ist es auch falsch davon zu sprechen, dass man die anderen im Stich lässt - denn letztendlich ist jeder doch nur für sich selbst verantwortlich. Ich lebe grundsätzlich ersteinmal für mich - und nicht für andere ...

Das sieht man als *Hinterbliebener* wohl etwas anders. Wenngleich es auch nicht so ist.

Ich halte Selbstmord auch nicht für feige...es gehört schon viel dazu es durchzuziehen...dafür muss man echt am Ende sein...Und wenn man bspw. in einer tiefen Depression steckt, die zum Suizid führen kann ist man auch am Ende.(Wenn in dem Fall auch krankheitsbedingt)


Es trifft auch nicht für jeden zu, dass er nur wegen sich lebt.

In diesem Sinne..

Nox
13.05.2010, 19:55
Meiner Meinung nach darf sich jeder umbringen wenn er es mag. In meinen augen ist Trauer um verstorbene sinnlos und egoistisch. Sinnlos weil es denjenigen auch nicht zurückbringt, also warum dann nicht lieber Spaß haben? Und egoistisch weil man ja meistens nicht trauert weil derjenige gestorben ist, sondern weil er nicht mehr da ist. Allerdings sehe ich keinen Grund Selbstmord zu begehen. Aber das kann ja jeder wie gesagt selbst entscheiden.

E 95
13.05.2010, 20:05
Tja, ich bin wohl momentan der Gegen-den-Strom-Schwimmer.

In gewisser Hinsicht ist Selbstmord durchaus feige, in gewisser Hinsicht sogar böse und egoistisch.
Würde ich mir jetzt 30 Gramm Blei ins Hirn jagen, renne ich
A) vor meinen Problemen davon (Feige)
B) Traumatiesier ich einen HAUFEN Leute (Der der mein Hirn aufwischen darf z.B.). Und
C) Zum anderen tu ich den Leuten, die mich lieben unheimlich weh (Ich habe Nächtelang drüber
nachgedacht, was wäre wenn Bekannter XY sich tötet? Was wäre wenn er getötet wird? Und bei manchen Menschen nehme ich stark an, wenn die nicht wären, wäre ich auch nicht.

Es ist feige, egoistisch und böse, was aber nicht heißt das ich es nicht machen würde. (Schlicht und Ergreifend weil ich ein Mensch bin, die im Grunde genommen all dieses als Eigenschaft inne haben)

Nedlim
13.05.2010, 20:10
Stimmt E man entzieht sich seiner Selbstverantwortung und der anderen Menschen gegenüber.
Zumal ich sowieso glaube das dieser ganze Selbstmordkram (ausnahme ritueller Selbstmord) eher ein Phänomen unserer kranken Gesellschaft ist.

Nox
13.05.2010, 20:21
Nedlim wrote:Stimmt E man entzieht sich seiner Selbstverantwortung und der anderen Menschen gegenüber.
Zumal ich sowieso glaube das dieser ganze Selbstmordkram (ausnahme ritueller Selbstmord) eher ein Phänomen unserer kranken Gesellschaft ist.


Was denn für Ritueller Selbstmord? Das ist doch dasselbe wie alles andere auch. Das Ergebnis ist dasselbe. Man ist tot. Wieso tollerierst du dann rituellen Seblstmord, findest den normalen selbstmord jedoch S******? Ich meine, viele Leute treten in Sekten ein weil sie eben die Probleme haben für die viele Selbstmord begehen. Wenn also am ende der Sekte der selbstmord steht, wieso diesen Schritt nicht einfach überspringen und direkt zum Selbstmord weitergehen?

Nedlim
13.05.2010, 20:50
Weil ritueller Selbstmord mit der Vorstellung der Gesellschaft konform geht das er zu was nütze ist.
Bzw so krank das klingt ritueller Selbstmord ist in diesen Gesellschften geduldet (somit entfällt das Trauma der Angehörigen etc)
Wobei ich jetzt nicht direkt an Sekten dachte die ihre Anhänger zum rituellen Selbstmord treiben sondern der der aus freine Stücken geschieht.
Wie der Hawaaianer der in den Vulkan springt damit der Feuergott ruhe gebe ....