Diskordische Forschung

Forschungszentrum für Diskordische Spiritualität und Wissenschaft.

Moderator: Nedlim


Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 13.05.2010, 11:02

Hi sicher kennt ihr alle den Bibel Code
Eris alias das große Metabewusstsein hat in seinem grenzenlosen Humor allerdings nicht nur die "Zukunft" unseres Programms in der Bibel versteckt ... neee das Luder hat sich so ziemlicher an jedem halbwegs lesenswerten Druckerzeugniss vergangen :Alex:

Das Forschungszentrum der Kompanie schlägt daher vor z.B. mal Moby Dick nach der (illusionistischen) Zukunft zu durchsuchen.
Schlagwörter könnten z.B. LHC, CERN, ATOM, METTWURST, BLUMENSTRAUß, CHEMTRAIL, HAARP oder GUMMIZELLE sein :Alex:
Würde mich freuen wenn sich jemand an der "Moby Forschung" beteiligen würde.
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon tarvoc » 13.05.2010, 15:13

Wie wäre es mit "The Catcher in the Rye"?
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 13.05.2010, 18:54

Ok nehmen wir "Der Fänger im Roggen"
Inhalt
Ich-Erzähler des Romans ist der siebzehnjährige Holden Caulfield, der sich zur Zeit seiner Aufzeichnungen zur Erholung und psychiatrischen Behandlung in einem Sanatorium befindet und dort den vorliegenden Roman verfasst, indem er beschreibt, wie er als Sechzehnjähriger kurz vor Beginn der Weihnachtsferien die Schule schwänzte und drei Tage lang durch Manhattan irrte, weil er nicht wagte, nach Hause zu gehen.


nur am Rande ... hat ja im prinzip keine relevanz fürs "Experiment"

So dann würd ich gerne wissen ob jemand von euch ein Bibelcode Programm besitzt mit dem man ein PDF dieses Buches einlesen könnte.
Wir könnten dann anhand von Schlagwörtern mal die "Zeit DVD" etwas vorspulen und nen bischen unsere "Zukunft" orakeln.
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Victoria » 13.05.2010, 20:07

:aldaschwede: Mit dem sagenumwobenen Bibelcode kann ich sogar in einer Gebrausanweisung v. bsw. meinem I pod Weltereignisse herauslesen.

Selbst eine Horde Affen auf LSD könnten das, gebt ihnen ein wenig Zeit und ein Scrabble game und das Chaosprinzip erledigt den Rest^^

Vertraut mia ich kenn mich da aus *fg*
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 13.05.2010, 20:16

S****** man da sind meine LSD Affen.

Daum geht es ja .. den Blödsinn voll ausnutzen ... wenn die Bibel von Gott inspiriert ist deklariere ich einfach das alle Schriftstücke göttlich Inspiriert sind :Alex:
Bin mal gespannt was in meiner "Zukungft" so steht ... ich wähle Hmmm Krieg und Frieden ...
Als Name mal den Avaname Nedlim und hmm Hot Dog als weiteres Wort.
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon tarvoc » 13.05.2010, 21:53

Nedlim hat geschrieben:wenn die Bibel von Gott inspiriert ist deklariere ich einfach das alle Schriftstücke göttlich Inspiriert sind :Alex:

Auf die Idee sind vor dir schon die Kabbalisten gekommen...
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 14.05.2010, 09:14

Ne die sind von mir Inspiriert worden :freu:

Was solls ... hat denn jemand so nen Prog oder nen Link zum Download? Alles was ich gefunden hab kost nämlich was ...
Ahhh Nächstenliebe jaja :1157:
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon tarvoc » 14.05.2010, 09:55

Also hier gibt's schon mal 'nen Gematrie-Rechner für hebräische Buchstaben. Keine Ahnung, ob dir das weiterhilft...
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 14.05.2010, 09:58

Ui danke das sieht wie ein lustiges Spielzeug aus :Alex:

Werde mich da mal genauer mit befassen ....
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 26.05.2010, 17:22

Ausgehend vom Diskordischen Kalender (frag bloß nicht welchen) sah ich mich genötigt, weil Eris mich gehauen hat das Luder, wo war ich stehn geblieben?
Ham wir eigentlich Tierkreischzeischen? Ich glaube nicht und wenn dann bestimmt nur eins oder zwei und das heißt dann vermutlich kalter Hund oder sowas.
Sollte man mal ändern und wies das Schicksal (in diesem Falle Eris mit ner Keule) so wollte, inspirierte ich mich, oder St. Gulik mich, oder das Orakel mich ...
diverse Tierkreiszeichen zu beschreiben oder auch zu malen falls sie unbeschreibar sind.
Warum ich? Weil ich keine haue mehr will!

Grob unterteilt sollte das schon recht vernünftig werden.

1. Jahreszeit: Schneemann - recht frostige Gesellen. Sehen alles eher recht kühl und abgeklährt. Tragen gerne Zylinder und sind in der Regel recht dickbäuchig. Unter der kalten Schale steckt allerdings ein lustiger Kern. Sehr Ortsgebunden.

2. Jahreszeit: Hummel - fleißig aber eher einzelgängerisch. Trägt gerne bunt und fühlt sich berufen die Erde zu begrünen. Sehr Naturverbunden und freiheitsliebend.

3. Jahreszeit: Leckfrosch - denkt eigentlich nur ans fressen, schlafen und vermehren. Sorgt allerdings gerne dafür das es anderen in seiner Umgebung gut geht. Mag zuneigung. Eher verrückter Charakter der ständig am seltsam kichern ist.

4. Jahreszeit: Kohlkopf - Gesellschaftstyp aber bei ihnen besteht nicht das geringste Entwicklungspotential, sondern im Gegenteil sind sie voller Hass für alles, was anders ist als sie!
Eher introvertiert. Auch sowas muß es geben.

5. Jahreszeit: Stinktier - Oberanarchistisch veranlagt. Macht Dinge gerne unbrauchbar oder ungenießbar. Eher extrovertiert und immer auf der Suche nach Partnern. Liebt alles was laut und bunt ist vorzugsweise beides.

Und nu hör auf :aaaah: ... au ... AU ... AUA!!!
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 02.06.2010, 08:08

In der Quelle der Information gefunden
Günther Anders:

Gebote des Atomzeitalters

(Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. 7. 1957)



Dein erster Gedanke nach dem Erwachen heiße „Atom“. Denn du sollst deinen Tag nicht mit der Illusion beginnen, was dich umgebe, sei eine stabile Welt. Was dich umgibt, ist vielmehr etwas, was morgen schon ein Gewesenes sein kann, ein Nur-Gewesenes; und wir, du und ich und unsere Mitmenschen, sind vergänglicher als alle, die bis gestern als vergänglich gegolten hatten. Denn unsere Vergänglichkeit bedeutet nicht nur, daß wir sterblich wären; auch nicht nur, daß wir tötbar wären, jeder von uns. Das war auch früher Brauch. Sondern, daß wir im ganzen tötbar sind, als „Menschheit“. Und „Menschheit“ bedeutet nicht nur die heutige Menschheit, nicht nur diejenige, die sich über die Provinzen unserer Erde verteilt; sondern auch diejenige, die sich über die Provinzen der Zeit verteilt: Ist nämlich die heutige Menschheit tötbar, so erlischt mit ihr auch die gewesene; und die künftige gleichfalls. Das Tor, vor dem wir stehen, trägt daher die Aufschrift „Nichts wird gewesen sein“; und von innen die Worte: „Die Zeit war ein Zwischenfall.“ Aber zum Zwischenfall wird sie werden nicht zwischen zwei Ewigkeiten, wie es unsere Ahnen erhofft hatten, sondern zwischen zwei Nichtsen: zwischen dem Nichts dessen, was, von niemandem erinnert, so gewesen sein wird, als wäre es nie gewesen; und dem Nichts dessen, was nie sein wird. Und da es niemanden geben wird, die zwei Nichtse zu unterscheiden, werden sie zusammenwachsen zu einem einzigen Nichts. Dies also ist die völlig neue, die apokalyptische Art von Vergänglichkeit, unsere Vergänglichkeit, neben der alles, was bis heute „Vergänglichkeit“ geheißen hatte, zur Bagatelle geworden ist. – Damit dir dies nicht entgehe, heiße der erste Gedanke nach deinem Erwachen: „Atom“.



Die Möglichkeit der Apokalypse

Dein zweiter Gedanke nach deinem Erwachen laute: „Die Möglichkeit der Apokalypse ist unser Werk. Aber wir wissen nicht, was wir tun.“ Wir wissen es wirklich nicht, und auch diejenigen wissen es nicht, die über die Apokalypse entscheiden: denn auch sie sind „wir“, auch sie sind grundsätzlich Inkompetente. Daß auch sie inkompetent sind, ist freilich nicht ihre Schuld. Vielmehr die Folge einer Tatsache, die keinem von ihnen und keinem von uns angerechnet werden kann: nämlich Folge der täglich wachsenden Kluft zwischen zwei unserer Vermögen: zwischen dem, was wir herstellen können und dem, was wir vorstellen können.

Im Laufe des technischen Zeitalters hat sich nämlich das klassische Verhältnis zwischen Phantasie und tun umgekehrt: Hatte es unseren Vorfahren als selbstverständlich gegolten, daß die Phantasie „überschwänglich“ sei; das heißt: das Wirkliche überschwinge und überbiete; so ist heute die Leistung unserer Phantasie (und die unseres Fühlens und Verantwortens) der unseres Tuns unterlegen; so gilt heute, daß sie unfähig ist, dem Effekt dessen, was wir produzieren, gewachsen zu bleiben. Nicht nur unsere Vernunft hat ihre (Kantischen) „Grenzen“, nicht nur sie ist finit, sondern auch unser Vorstellen; und erst recht unser Fühlen. Bereuen können wir zur Not einen einzigen Ermordeten: mehr leistet das Gefühl nicht; vorstellen können wir vielleicht zehn: mehr leistet die Vorstellung nicht; aber hunderttausend Menschen umzubringen, verursacht heute keinerlei Umstände. Und nicht nur aus technischen Gründen keine; und nicht nur, weil sich das Tun in bloßes „Mit-Tun“ verwandelt hat und in ein bloßes „Auslösen“, das den Effekt unsichtbar bleiben läßt; sondern gerade aus einem moralischen Grunde: eben weil der Massenmord bereits unendlich weit außerhalb der Sphäre jener Taten liegt, die wir vorstellen und zu denen wir gefühlsmäßig Stellung nehmen können und deren Ausführung durch Vorstellungen und Gefühle gehemmt werden könnte. – Darum sollen deine nächsten Einsichten lauten: „Je maßloser die Taten, desto geringer die Hemmungen.“ Und: „Wir Menschen sind kleiner als wir selbst.“ – Dieser letzte Satz formuliert unsere heutige Schizophrenie, das heißt: die Tatsache, daß unsere diversen Vermögen unabhängig voneinander arbeiten, wie isolierte und unkoordinierte Wesen, die die Tuchfühlung miteinander verloren haben.

Aber diese Sätze sollst du nicht deshalb aussprechen, um etwas Endgültiges, etwas endgültig Defaitistisches über uns auszusprechen, sondern umgekehrt, um vor der Finitheit zu erschrecken; um in ihr einen Skandal zu sehen; um die „festgestellten“ und erstarrten Grenzen aufzuweichen; um sie in Schranken zu verwandeln; um die Schizophrenie rückgängig zu machen. Natürlich kannst du auch, solange dir weiterzuleben vergönnt ist, deine Hände in den Schoß legen, auf Hoffnung verzichten und dich mit deiner Schizophrenie abfinden. Aber wenn du das nicht willst, dann hast du den Versuch zu wagen, so groß zu werden wie du selbst und dich selbst einzuholen. Und das bedeutet: Dann hast du – darin besteht dein Pensum – die Kluft zwischen deinen Vermögen, dem Herstellen und dem Vorstellen zu überbrücken; das Gefälle zwischen den beiden zu applanieren; oder, anders ausgedrückt: dann hast du den beschränkten „Fassungsraum“ deines Vorstellens (und den noch eingeengteren deines Fühlens) gewaltsam zu erweitern, bis Vorstellung und Gefühl fähig werden, das Ungeheure, was du zu produzieren imstande gewesen, zu fassen und aufzufassen; bis du fähig bist, das Aufgefaßte zu akzeptieren oder zu verwerfen. Kurz: Deine Aufgabe besteht darin, deine moralische Phantasie zu erweitern.



Sei nicht zu feige, Angst zu haben

Deine nächste Aufgabe lautet: „Erweitere dein Zeitgefühl.“ Denn entscheidend für unsere heutige Situation ist nicht nur – was die Spatzen und die Lautsprecher bereits von den Dächern pfeifen –, daß das räumliche Stellensystem unserer Erde zusammengeschrumpft ist, daß alle Örter, die noch gestern weit voneinander entfernt gelegen hatten, heute zu Nachbarörtern geworden sind; sondern auch, daß die Stellen im System unserer Zeit zusammengerückt sind; daß die Zukünfte, die gestern noch als unerreichbar fern gegolten hatten, nun zu Nachbargegenden unserer Gegenwart geworden sind; daß wir sie zu Nachbargemeinden gemacht haben. Das gilt sowohl für die östliche Welt wie für die westliche. Für die östliche, weil dort Zukunft in einem früher niemals geahnten Ausmaß geplant wird; geplante Zukunft aber keine „kommende“ Zukunft mehr ist, vielmehr ein Produkt „in the making“; das, da es „vorgesehen“ ist, bereits als ein Stück desjenigen Raumes gesehen wird, in dem man sich bereits aufhält. In anderen Worten: Da man das, was man tut, ihm zuliebe tut, wirft es bereits einen Schatten auf die Gegenwart, gehört es, pragmatisch gesprochen, zur Gegenwart bereits dazu. – Und das gilt zweitens – dies ist der Fall, der uns angeht – für die Menschen der heutigen westlichen Welt, da diese, obwohl sie es nicht plant, die entferntesten Zukünfte bereits affiziert; also z. B. über die Gesundheit oder Degeneration, vielleicht über das Sein oder das Nichtsein ihrer Enkel befindet. Ob sie, oder richtiger: ob wir das beabsichtigen oder nicht, bleibt gleichgültig, denn was moralisch gilt, ist allein das Faktum. Und da dieses Faktum der nichtgeplanten „Wirkung in die Ferne“ uns bekannt ist, begehen wir, wenn wir trotz dieses unseres Wissens fortfahren, so zu handeln, als wäre das Faktum uns unbekannt, „fahrlässige Grenzverletzung“.

Dein nächster Gedanke nach deinem Aufwachen laute: „Sei nicht zu feige, Angst zu haben! Zwinge dich, denjenigen Ertrag an Angst aufzubringen, der der Größe der apokalyptischen Gefahr entspricht!“ – Auch die Angst, gerade sie, gehört zu den Gefühlen, die zu verwirklichen wir unfähig sind oder unwillig; und die Behauptung, wir hätten ohnehin Angst, viel zu viel davon, ja wir lebten sogar im „Zeitalter der Angst“, ist eine bloße Redensart, die, sofern sie nicht in betrügerischer Absicht verbreitet wird, mindestens ideal geeignet ist, den Ausbruch einer der Größe der Bedrohung wirklich angemessenen Angst zu unterbinden und damit indolent zu machen. – Wahr ist vielmehr das Gegenteil: daß wir nämlich im „Zeitalter der Unfähigkeit zur Angst“ leben und darum passiv der Entwicklung zusehen. Wofür es, abgesehen von der „Beschränktheit unseres Fühlens“, eine ganze Reihe von Gründen gibt, die hier aufzuzählen nicht möglich ist[1]. Ein Grund aber, der durch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit ganz besondere Aktualität und eine ganz besondere Würde erworben hat, sollte hier doch angeführt werden: nämlich unser Ressort-Fimmel; also unsere, durch die Arbeitsteilung verursachte Überzeugung, daß jedes Problem einem bestimmten Kompetenzfelde zugehöre, in das wir nicht eindringen dürfen. So gehört z. B. das Atomproblem angeblich in das Kompetenzfeld der Politiker und der Militärs. Natürlich wird das „Nicht-Dürfen (Nicht-Eindringen-Dürfen)“ sofort und automatisch zum „Nicht-nötig-Haben“, zum „Nicht-Brauchen“. Das heißt: Die Probleme, um die ich mich nicht sorgen darf, um die brauche ich mich auch nicht zu sorgen. Und die Angst bleibt mir erspart, weil sie in einem anderen Kompetenzfeld „erledigt“ wird. Darum sprich nach deinem Aufwachen: „Nostra res agitur.“ Das bedeutet ein Doppeltes: 1. daß es uns deshalb betrifft, weil es uns treffen kann; und 2. daß der monopolistische Kompetenzanspruch einzelner deshalb ungerechtfertigt ist, weil wir alle als Menschen gleichermaßen inkompetent sind. Zu glauben, wo es sich um das mögliche Weltende handelt, könnte es größere oder kleinere Zuständigkeit geben, und jene Männer, die aufgrund zufälliger Arbeits-, Verantwortungs- und Pflichtteilung Politiker oder Militärs geworden sind und als solche mit der Herstellung oder „Verwertung“ des Gegenstandes mehr oder direkter zu tun haben als unsereins, seien deshalb kompetenter als wir, ist einfach Torheit. Die uns das einreden wollen (gleich ob es die angeblich Kompetenteren selbst sind oder Dritte), beweisen damit lediglich ihre – moralische Inkompetenz. Vollends unerträglich aber wird unsere moralische Situation dann, wenn jene angeblich Kompetenteren (die Probleme anders als taktisch zu sehen außerstande sind) uns weismachen wollen, uns komme noch nicht einmal das Recht auf Angst, geschweige denn auf Gewissen zu; und zwar deshalb nicht, weil Gewissen Verantwortung impliziere, Verantwortung aber nur ihre Sache sei, eben Sache der Ressortzustände; letztlich maße man sich also durch Angst, gar durch Gewissensangst, ein fremdes Ressort an. Einen „Klerus der Apokalypse“ darfst du jedenfalls nicht anerkennen; keine Gruppe, die sich das Kompetenzmonopol für den Untergang, der unser aller Untergang wäre, anmaßt. Wenn wir den Rankeschen Ausdruck „gleich nah zu Gott“ variieren dürfen: „Jeder steht gleich nah zum möglichen Ende.“ Und so hat auch jeder das gleiche Recht und die gleiche Pflicht, seine Stimme warnend zu erheben. Auch du. –



Wider das taktische Diskutieren

Nicht nur nicht vorstellen, nicht nur nicht fühlen, nicht nur nicht verantworten können wir das „Ding“; sondern noch nicht einmal denken. Denn in welcher Kategorie immer wir es auch denken würden, wir würden es falsch denken, weil es, einer Klasse von Gegenständen zugeordnet, zu „einem unter anderen“ gemacht und dadurch bagatellisiert wäre. Auch wenn es in vielen Exemplaren existieren mag, ist es einzig in seiner Art, keiner Gattung zugehörig; also ein Monstrum. Und da wir nur, was es nicht ist, umschreiben können, haben wir die Kautelen[2] der „negativen Theologie“ zu den unsrigen zu machen. – Unseligerweise ist es gerade diese („monströse“) Nirgendzugehörigkeit, die es mit sich bringt, daß wir den Gegenstand vernachlässigen oder einfach vergessen. Was man nicht klassifizieren kann, das sieht man als nicht existierend an. – Sofern man von dem Gegenstand aber doch spricht (übrigens im Alltag von Mensch zu Mensch immer noch nicht), dann klassifiziert man ihn gewöhnlich, weil das so am bequemsten und am beruhigendsten ist, als eine „Waffe“, allgemeiner als ein „Mittel“. Ein Mittel aber ist es deshalb nicht, weil es zum Wesen des Mittels gehört, im erreichten Zweck einzugehen und zunichte zu werden wie der Weg im Ziel. Das aber ist bei diesem Ding nicht der Fall. Vielmehr ist sein unvermeidbarer (wenn nicht sogar sein beabsichtigter) Effekt größer als jedes denkbare Ziel; denn dieses geht notwendigerweise im Effekt unter. Es geht mit unter mit der Welt, in der es noch „Mittel und Zwecke“ gab. Daß ein Ding, das von sich aus das Mittel-Zweck-Schema zerstört, selbst kein Mittel sein kann, das ist ja wohl evident. Darum laute deinen nächste Maxime: „Daß die Bombe ein Mittel sei, werde ich mir nicht einreden lassen.“ – Da sie kein Mittel ist wie Millionen Mittel, die unsere Welt ausmachen, darfst du es auch nicht dulden, daß sie hergestellt werde, als handele es sich um einen Eisschrank, eine Zahnpasta oder selbst eine Pistole, bei deren Herstellung man uns nicht fragt. – Sowenig du jenen glauben sollst, die es ein „Mittel“ nennen, sollst du den schlaueren Verführern glauben, die dir einzureden versuchen, das Ding diene ausschließlich der Abschreckung, werde also lediglich zu dem Zwecke hergestellt, um nicht verwendet zu werden. Gegenstände, deren Verwendung sich in ihrer Nichtverwendung erschöpft, hat es noch niemals gegeben; höchstens Gegenstände, die zuweilen, nämlich dann nicht verwendet wurden, wenn die Drohung mit ihrer (oft zuvor verwirklichten) Verwendung bereits ausreichte. Im übrigen dürfen wir natürlich niemals vergessen, daß das Ding bereits effektiv (und mit kaum zulänglicher Begründung) verwendet worden ist: in Hiroshima und Nagasaki. – Schließlich, en marge, sollst du es nicht durchgehen lassen, daß der Gegenstand, dessen Effekt unvorstellbar ist, durch biedere und bagatellisierende Bezeichnungen falsch klassifiziert werde. Die Benennung einer gewissen H-Bomben-Explosion als „Aktion Opa“, als „Aktion Großväterchen“, war nicht nur abenteuerlich abgeschmackt, sondern bewußter Betrug.

Ferner sollst du dagegen auftreten, daß das Ding, dessen bloßes Vorhandensein bereits eine Art der Verwendung ist, unter rein „taktischen Gesichtspunkten“ diskutiert werde. Solche Diskussion ist absolut unangemessen, weil der Gedanke, die Atomwaffen könnten taktisch so oder so eingesetzt werden, den Begriff einer politischen Lage voraussetzt, die gewissermaßen unabhängig von der Tatsache der Atomwaffen existiert. Das aber ist ganz unrealistisch, weil sich die politische Lage – der Ausdruck „atomares Zeitalter“ ist durchaus gerechtfertigt – durch die Tatsache der Atomwaffen definiert. Nicht die Atomwaffen kommen in der politischen Lage „auch“ vor; umgekehrt spielen sich die Einzelgeschehnisse innerhalb der atomaren Situation ab; und die meisten politischen Handlungen sind faktische Schritte innerhalb der atomaren Situation. Die Versuche, die Möglichkeit des Weltunterganges als Stein unter anderen Steinen im Schachspiel der Politik zu verwenden, sind, gleich ob sie schlau sind oder nicht, Zeichen von Verblendung. Die Zeit der Schlauheiten ist vorbei. Darum sei es dein Prinzip: Sabotiere alle Erörterungen, in denen deine Zeitgenossen versuchen, die Tatsache der atomaren Bedrohung aus einem ausschließlich taktischen Gesichtswinkel zu diskutieren; und darum mache es zu deinem Prinzip, die Diskussion auf die Hauptsache zu lenken: auf die Selbstbedrohung der Menschheit durch die selbstgemachte Apokalypse; und tue das auch dann, wenn du dadurch Gefahr läufst, als „politisch unrealistisch“ verlacht zu werden. In Wirklichkeit sind es die Nichts-als-Taktiker, die unrealistisch sind, da sie Atomwaffen nur als Mittel sehen, und da sie nicht begreifen, daß die Zwecke, die sie vermittels ihrer Taktik zu erreichen suchen oder zu erreichen vorgeben, durch Verwendung, nein, sogar schon durch die mögliche Verwendung dieser Mittel, alle Bedeutung einbüßen.



Die Entscheidung ist schon gefallen

Von der Behauptung, wir befänden uns (und vielleicht sogar immer) nur im Laboratoriumsstadium, im Stadium des Experimentierens, laß dich nicht verführen. Sie ist reine Redensart. Nicht nur deshalb, weil wir (was erstaunlich viele vergessen) Atombomben bereits geworfen, das Zeitalter des Ernstes also vor mehr als zehn Jahren bereits angetreten haben; sondern weil wir – und das ist im Prinzip sogar noch wichtiger – von „Experimenten“ in diesem Falle gar nicht reden können. Dein letzter Leitsatz laute: „Wie gut die Experimente auch gelingen mögen, das Experimentieren mißlingt.“ Und zwar mißlingt es deshalb, weil von Experimenten allein dort die Rede sein kann, wo das Experimentalgeschehen den insulierten Raum des Laboratoriums nicht verläßt oder sprengt; und diese Bedingung hier nicht erfüllt ist. Umgekehrt gehört es ja zum Wesen der Sache und zum gewünschten Effekt der Mehrzahl der heutigen Explosionsexperimente, den Brisanzkoeffizienten und den Streuungsradius der Waffe so groß wie möglich zu machen; also, so widerspruchsvoll das auch klingen mag, auszuprobieren, wie weit man jede experimentelle Grenze überschreiten kann. Was durch die (angeblichen) Experimente angerichtet wird, gehört daher nicht mehr in die Klasse experimenteller Resultate, sondern in den Raum der Wirklichkeit, in den der Geschichte – in diesen gehören z. B. die verseuchten japanischen Fischer –, sogar in den Raum künftiger Geschichte, da eben die Zukunft, z. B. die Gesundheit künftiger Generationen, bereits affiziert ist; „die Zukunft“ also, wie Jungks philosophischer Titel es formuliert, „bereits begonnen“ hat. Völlig irreführend ist also die beliebte Beteuerung, über die Verwendung des Dinges sei noch nicht entschieden. – Wahr ist vielmehr, daß die Entscheidung durch die sogenannten „Versuche“ bereits gefallen ist. Mithin gehört es zu deinen Pflichten, den Schein, daß wir noch in der „atomaren Vorzeit“ leben, zu diskreditieren; und beim Namen zu nennen, was ist.



Wir werden von Geräten behandelt

Alle diese Postulate und Verbote lassen sich aber in einem einzigen Gebot kondensieren; in dem: „Habe nur solche Dinge, deren Maximen deine eigenen Maximen und damit die einer allgemeinen Gesetzgebung werden könnten.“

Dieses Postulat mag befremden; der Ausdruck „Maximen der Dinge“ klingt provozierend. Aber doch eben nur deshalb, weil das Faktum, das mit dem Ausdruck bezeichnet wird, selbst befremdlich und provokant ist. Was wir meinen, ist allein, daß wir, in der Gerätewelt lebend, nun von Geräten behandelt werden; und zwar immer auf diese oder jene gerätebestimmte Weise. Da wir aber andererseits Verwender dieser Geräte sind, da wir unsere Mitwelt mit Hilfe dieser Geräte behandeln, behandeln wir sie statt nach eigenen Prinzipien mit Hilfe der Behandlungsmodi der Apparate, also gewissermaßen nach deren Maximen. Was das Postulat verlangt, ist, daß wir uns diese, da sie ja, pragmatisch gesehen, unsere Maximen sind, so klar machen, als wären sie unsere; daß unser Gewissen statt in Prüfung unserer Innerlichkeit (die zum konsequenzenlosen Luxus geworden ist) nun in Prüfung der „geheimen Regungen“ und der „Prinzipien“ unserer Apparate bestehe. Ein im herkömmlichen Sinne seine Seele prüfender Atom-Minister würde wahrscheinlich nichts sonderlich Böses finden; durch Prüfung des „Innenlebens“ seiner Geräte dagegen „Herostratismus“[3], und zwar Herostratismus in kosmischem Ausmaß: denn herostratisch ist die Weise, in der die Atomwaffen die Menschheit behandeln.

Erst wenn uns diese neue moralische Aktion: der „Blick in den Busen der Apparate“ (molussisch) geläufig geworden ist, werden wir mit mehr Recht darauf hoffen dürfen, daß wir, die wir die Entscheidung über unser Sein oder Nichtsein in der Hand halten, auch unser Sein in der Hand behalten werden.



Wir können nicht Nicht-können

Dein nächstes Prinzip laute: Glaube nicht, daß die Gefahr, wenn wir den ersten Schritt: den Abbruch der sogenannten „Experimente“, gemacht haben, vorüber sein werde, und daß wir dann dazu berechtigt sein werden, auf unseren Lorbeeren auszuruhen. Das Ende der „Experimente“ besagt weder das Ende weiterer Bombenproduktion noch die Zerstörung von denjenigen Bomben und denjenigen Bombentypen, die bereits ausprobiert worden sind und die für die Eventualität bereitliegen. Es gibt verschiedene mögliche Gründe für Teststops: Ein Staat kann sich z. B. deshalb dazu entschließen, weil sich weiteres Experimentieren als überflüssig herausstellt; d. h.: weil entweder die Produktion der ausprobierten Typen oder der bereits hergestellte und gelagerte Vorrat für jeden denkbaren Fall ausreicht – kurz: weil es sinnlos und unwirtschaftlich wäre, die Menschheit „toter als tot“ zu machen.

Glaube ebensowenig, daß wir ein Recht auf Sorglosigkeit hätten, wenn es uns gelungen wäre, unseren zweiten Schritt durchzuführen: Nämlich die weitere Produktion von A- und H-Bomben zu stoppen; oder daß wir nach unserem dritten Schritt: Nach der Zerstörung aller gelagerten Bestände die Hände in den Schoß legen dürften. Selbst in einer restlos „reinen“ Welt (also in einer, in der es keine A- oder H-Bombe gäbe, in der wir also keine Bomben zu „haben“ scheinen) würden wir sie doch noch immer haben, weil wir wissen würden, wie wir sie herstellen können. In unserer Epoche mechanischer Reproduktion gibt es keine Nicht-Existenz irgendeines möglichen Produktes, weil das, was zählt, nicht die wirklichen physischen Objekte sind, sondern deren Typen, bzw. deren blueprints. Selbst nach Eliminierung aller physischer Objekte, die mit der Produktion der A- oder H-Bomben zusammenhängen, könnte die Menschheit noch immer den blueprints zum Opfer fallen. „Dann müßte man eben“, könnte man schließen, „die blueprints zerstören.“ Aber auch das ist unmöglich, denn die blueprints sind unzerstörbar wie Platos Ideen; in gewissen Sinne sind sie geradezu deren diabolische Verwirklichung. Kurz: Selbst dann, wenn es uns gelänge, die verhängnisvollen Geräte und deren blueprints physisch zu zerstören und damit unsere Generation zu retten – mehr als eine Frist oder als einen Aufschub würde auch das kaum bedeuten. Die Produktion könnte jeden Tag wieder aufgenommen werden, der Schrecken bleibt, und darum muß auch deine Angst bleiben. Von nun an wird die Menschheit für alle Ewigkeit unter dem dunklen Schatten des Monsters leben. Die apokalyptische Gefahr läßt sich nicht ein für alle Male, nicht durch einen Akt abschaffen, sondern nur durch täglich wiederholte Akte. Das bedeutet: Wir haben zu verstehen – und diese Einsicht zeigt uns vollends, wie verhängnisvoll unsere Situation ist –, daß unser Kampf gegen den physischen Bestand der Geräte und deren Konstruktion, deren Tests, deren Lagerung schlechthin unzulänglich bleibt. Denn das Ziel, das wir zu erreichen haben, kann nicht darin bestehen, das „Ding“ nicht zu haben; sondern allein darin, das „Ding“ niemals zu verwenden, obwohl wir nichts dagegen tun können, daß wir es haben; es niemals zu verwenden, obwohl es niemals einen Tag geben wird, an dem wir es nicht verwenden könnten.

Dies also ist deine Aufgabe: Der Menschheit beizubringen, daß keine physische Maßnahme, keine Zerstörung physischer Objekte jemals eine restlose Garantie darstellen wird, daß wir vielmehr fest dazu entschlossen sein müssen, den Schritt niemals zu machen, obwohl er immer möglich sein wird. – Wenn es uns: dir, dir, und mir, nicht gelingt, die Menschheit mit dieser Einsicht anzufüllen, dann sind wir verloren.



aus: Off limits für das Gewissen. Der Briefwechsel Günther Anders / Claude Eatherly, hrsg. und eingeleitet von Robert Jungk, Rowohlt Verlag 1961, S. 26 – 34

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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon tarvoc » 05.06.2010, 01:31

IX Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte

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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon tarvoc » 07.06.2010, 23:00

Hölderlin, Mnemosyne
Erster Abschnitt

Ein Zeichen sind wir, deutungslos,
Schmerzlos sind wir und haben fast
Die Sprache in der Fremde verloren.
Wenn nämlich über Menschen
Ein Streit ist an dem Himmel und gewaltig
Die Monde gehn, so redet
Das Meer auch und Ströme müssen
Den Pfad sich suchen. Zweifellos
Ist aber Einer. Der
Kann täglich es ändern. Kaum bedarf er
Gesetz. Und es tönet das Blatt und Eichbäume wehn dann neben
Den Firnen. Denn nicht vermögen
Die Himmlischen alles. Nämlich es reichen
Die Sterblichen eh an den Abgrund. Also wendet es sich, das Echo,
Mit diesen. Lang ist
Die Zeit, es ereignet sich aber
Das Wahre.
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Re: Diskordische Forschung

Beitragvon Nedlim » 08.06.2010, 10:27

CosmicGirl hat geschrieben:Gruad in Atlantis
1166 v. d. Z. betrat Gruad (der erste unbehaarte Mensch) das Bild der Geschichte.

Atlantis war vor ihm Anarchistisch/Kommunistisch organisiert, es gab keine Diktatoren, keine Lügen, aber auch keine Wahrheit, die Menschen lebten im friedlichen Einvernehmen miteinander und sahen das Chaos ihrer Umwelt und fürchteten es nicht.

Doch all dies sollte sich ändern als Gruad, der in der Principia Discordia als Graugesicht beschrieben wird auf den Plan trat.

Gruad sprach: „Es gibt Wahrheit“ und schuf damit die erste Religion, die er Wissenschaft nannte.

Er gründete die „Partei der Wissenschaft“ die schnell Anhänger gewann. Die Menschen waren fasziniert von der Wissenschaft die ihnen überall das Bild einer (traurigen) Welt zeigte, in der es kein Chaos sonder nur Ordnung gebe und die Menschen glaubten ihm und sahen das Chaos nicht mehr und fürchteten es fortan.

Gruad erfand völlig neue Begriffe wie „Gut“, „Böse“ und „Folter“. Gut war etwas das seine ganze Kraft bewusst für die Gemeinde einsetzte. Böse war alles was dies nicht tat, so lehnte er auch ein ausleben der Sexualität was über die Fortpflanzung hinaus ging ab.

Er postulierte auch das es unergründliche „höhere“ Mächte gebe (heute als „Gott“ bekannt), welche man nur Intuitiv erfahren könnte, hierbei war er sicher konnte es in einer Welt der Ordnung nur (s)eine Intuition geben, alles andere musste Böse sein und wurde mit „Folter“ bestraft.

Aufgrund solcher unsagbaren Degeneration bildete sich natürlich eine Opposition

„Die Partei der Freiheit“ und „Die Partei des Nichts“ machten Gruad das Leben schwer.

Letztere wurde von der großen Lilith Velkor (deren Name häute noch von Gruads Anhängern in den Schmutz gezogen wird), gegründet. Sie sagte das es eine weibliche, lustige, romantische und chaotische Kraft gebe (vgl.: Eris/Discordia) die die Welt leite. Dies widersprach der männlichen Ordnung die Gruad sah, weshalb er seine Gegnerin durch Folter ausschalten ließ. An einem Rad mit vier Speichen, von denen eine nach oben und 3 nach unten gingen (vgl.: Friedens-Symbol) ließ er sie Kopfüber aufhängen. Sie starb als Märtyrerin der heutigen Diskordianismus der immer noch die Illuminaten bekämpft.

Gruad musste aber erkennen, das er nie alles „Böse“ aus den Atlantern hätte austreiben können, weshalb er sich einer Waffe bediente, die er selbst verteufelt hatte, weil sie in die „Ordnung“ eingriff.

Mittels einer Sonneneruption zerstörte er Atlantis und sein Gefolge, die Illuminaten sollten fortan die Welt beherrschen (zu erkennen daran das sich Gruads Nacktheit fortpflanzte), welche nur triste Ordnung sahen und dafür bereit waren zu sterben, und nicht jene Romanze des Chaos erlebten und fühlten die sich den im Untergrund weiterexistierenden (bis heute sogar verleugneten) Diskordiern offenbarte.



Heute sind die Anhänger Gruads durch ihre Dogmen geistig verstümmelte Wesen (was nicht auffällt, da sie große Teile der Menschheit ausmachen), welche keinen Zugang zu ihrer Zirbeldrüse habe und durch die Selbstauferlegten Gebote unter Komplexen und Depressionen leiden, was sie als normal und der Ordnung entsprechend empfinden.
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