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 Betreff des Beitrags: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 26.06.2012, 19:16 
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Zitat:
Landgericht Köln: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar

26.06.2012

Es ist ein Urteil mit großer Wirkung: Das Landgericht Köln hat entschieden, dass die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen strafbar ist. Es handelt sich um eine Körperverletzung, auch wenn die Eltern des Kindes einwilligen. Bislang agierten die Mediziner in einer rechtlichen Grauzone.

Das Gericht hat Klarheit geschaffen, doch aus der Welt ist das Problem noch lange nicht. Wer in Deutschland einen Jungen aus religiösen Gründen beschneidet, begeht als Arzt eine Körperverletzung - auch wenn die Eltern des Kindes den Eingriff ausdrücklich wünschen. Das Landgericht Köln hat damit eine klare Position bezogen und eine Debatte befeuert, die seit Jahren hitzig geführt wird.

Es geht um nicht weniger als die Frage, was höher wiegt: die Religionsfreiheit der Eltern oder das Recht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Die Kölner Richter haben nun entschieden, dass das Recht der Eltern auf religiöse Kindererziehung keinen Vorrang hat gegenüber dem Recht des Kindes auf Selbstbestimmung. Vielmehr kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Beschneidung dem Kindeswohl entgegensteht. Das Urteil ist für andere Gerichte nicht bindend, wird aber wohl die künftige Rechtsprechung beeinflussen.

Quelle, ganzer Artikel: spiegel.de


Lange überfälliges Urteil. :positiv:
Ich hoffe mal dass es nun zukünftig bundesweit so behandelt wird und es nicht wegen dem Protest, der sicher von den Islamisten und Juden kommen wird, irgendwie aufgeweicht und durch irgendwelche Hintertürchen doch weiter praktiziert wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 27.06.2012, 17:51 
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Ein guter Beschluss; Beschneidung hat viele Vorteile und ist sicherlich auch ein religiöser Bestandteil, aber es bei Kindern, die nicht frei entscheiden können, ob sie einen solchen Eingriff (auch ein kleiner Eingriff birgt Risiken) möchten oder nicht, durchzuführen, ist eindeutig Körperverletzung.

Sicherlich werden sich besonders streng gläubige Muslime und Juden über das Urteil aufregen, aber es gibt immer Menschen, die sich über Beschlüsse aufregen, die etwas Religiöses einschränken.
Würden wir allem Religiösen folgen, würden wir ohne Kondome dastehen und immer noch glauben, dass unsere Welt das Zentrum des Universums ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 28.06.2012, 00:11 
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Ufo hat geschrieben:
Ein guter Beschluss; Beschneidung hat viele Vorteile und ist sicherlich auch ein religiöser Bestandteil, aber es bei Kindern, die nicht frei entscheiden können, ob sie einen solchen Eingriff (auch ein kleiner Eingriff birgt Risiken) möchten oder nicht, durchzuführen, ist eindeutig Körperverletzung.
Ich kann da nur zustimmen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, insbesondere die eines Schutzbefohlenen, sollte über dem elterlichen Recht der Religionsfreiheit stehen.

Ufo hat geschrieben:
Sicherlich werden sich besonders streng gläubige Muslime und Juden über das Urteil aufregen, aber es gibt immer Menschen, die sich über Beschlüsse aufregen, die etwas Religiöses einschränken.
Schon passiert: Der Zentralrat der Juden, der Zentralrat der Muslime, die Türkische Gemeine in Deutschland, die Grünen (kein Witz!), die SPD und auch die Deutsche Bischofskonferenz haben alle schon ihrer Kritik und Empörung Luft gemacht.

Ufo hat geschrieben:
Würden wir allem Religiösen folgen, würden wir ohne Kondome dastehen und immer noch glauben, dass unsere Welt das Zentrum des Universums ist.
Kommt alles noch oft genug vor.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 28.06.2012, 18:56 
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Zitat:
Schon passiert: Der Zentralrat der Juden, der Zentralrat der Muslime, die Türkische Gemeine in Deutschland, die Grünen (kein Witz!), die SPD und auch die Deutsche Bischofskonferenz haben alle schon ihrer Kritik und Empörung Luft gemacht.


Dass sich Juden, Muslime und die Kirche darüber aufregen, kann ich nachvollziehen, aber Parteien wie die SPD und die Grünen !?
Sollten Menschenrechte nicht mehr wert sein, als, im Endeffekt dumme und unnötige, Dinge des Glaubens ? Wer sich beschneiden lassen will, sei es wegen der Religion oder warum auch immer, wird es auch als Erwachsener noch tun, wenn er frei über seinen Körper verfügen kann.

Zitat:
Kommt alles noch oft genug vor.


Stimmt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 28.06.2012, 23:23 
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Ich werte das Urteil ebenfalls als ein Erfolg, zwar mehr für die Kinderrechte, aber das ist Auslegungssache. Man muss zig Fachmeinungen einholen, wenn man sein Baby operieren lassen möchte um späteren Komplikationen vorzubeugen, die die Lebensqualität einschränken, falls es ein Herzfehler hat oder bei der Zellteiligung etwas schief ging.
Aber dann darf einfach irgendwo so ein muslimischer oder jüdischer Quacksalber mit seinem Gerätekoffer antanzen, der zwar jede Strophe seiner "Heiligen Schrift" auswendig bis zum Punkt zittieren kann und dir sagt, wie du es zu verstehen hast, aber medizinisch/rechtlich gesehen, keinerlei Zulassung hat, aber von der Religion diese Frieheit, obwohl man mittlereweile ja diese Sache von Ärzten durchführen lassen hat, die bis zum Urteil in einer Grauzone zu Werke gingen.
Dennoch ist ist die Aufklärung über Komplikationen unter aller Kanone und bei Babys können kleine Fehler große Auswirkungen haben.
Den Vergleich aus dem Film verkneife ich mir in diesem Fall, da er die Ernsthaftigkeit der Thematik nicht wirklich trifft.

Außerdem brauchen es die Relgionsgemeinschaften nicht als eine Niederlage werten,
wie Ufo schon sagte, dann wartet man eben die Volljährigkeit ab oder nutzt man andere Nischen,
inwieweit man bestehendes Recht wie Religionsfreiheit mit 13 Jahren (wo man auch irgendwelche Mitsprachrechte bekommt) oder Freiheiten, die man schon 16 Jahren hat nutzen kann, weiß ich nicht. Ich bin kein Paragraphenreiter und weiß nicht wie viel Boden, die entsprechenden Stellen hergeben. :pfeif:
Die Kinder sind relativ schnell dabei, wenn es um Geschenke geht, dann wird eben aus Süßkram, eine PS3 und ein IPhone oder bei Volljährigen eben der Führerschein oder gleich ein "gebrauchtes
Auto" das Belohnungsprinzip geht durch alle Altersgruppen.

Naja die beiden "Religionsvereinigungen" sollten mal nicht so groß ins Rampenlicht treten beide Vereinigungen haben sich in der letzten Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert und sind ihren eigentlichen Pflichten nicht nachgekommen, zu denen es nicht gehört bei jeder Überschneidung mit deutschen Recht/Presse großes Tam-Tam zu veranstalten ...

Und die beiden Parteien sind sich intern auch nicht einig zu der Thematik, es preschen mal wieder einige halbwegs bekannte Nasen vor, die sich wichtig machen wollen und eine nicht kleine Wählergruppe für sich einnehmen wollen, obwohl ihnen der Sachverhalt hinten herum vorbeigeht. Die Grünen haben sich bei den Mahnwachen der Angehörigen, der durch NSU getöteten Personen unters Volk gemischt, obwohl sie da nichts zu suchen hatten, sowie sich auch dicker SPDler an den Tatorten positioniert hat, die Liste ist lang aber mit ernsthaftem Interesse hat´s wenig zu tun.
Die SPDlerin in Bwanas Link versucht ja gerade den Sachverhalt der weiblichen Beschneidung mit in den öffentlichen Fokus zu richten, da dieses miese Spiel, was wirklich einer Verstümmelung gleicht, immer noch in den deutschen Sub-Kulturen praktiziert wird und die Politik auf ahnungslos spielt und den eingreifenden Behörden mangels Gesetze, die Eingriffsmöglichkeiten fehlen.
Zwar finde ich es unklug von ihr, die Beschneidung der Jungs auf unbedenktlich runterzuspielen, aber in der Not kommt selten was Gutes raus ...
Bei der Nennung der SPD dachte ich zuerst mehr an unsere baden-württembergische Integrationsministerin, die sich ebenfalls mehr mit Überschneidungen von unklugen Bemerkungen hoher Staatsträger beschäftigt und mit chronischen Halbwissen zur NSU glänzt, da sie ihren Senf ebenfalls dazu gegeben hat, wird sie auch schon in der Heimat gepetzt haben, ich bin mal gespannt, auf welche Wortwahl dieses mal ein gewisser Erdogan zurückgreift, sofern Syrien in nicht zu sehr fordert ...
Und sich diese Thematik sich längers in der Öffentlichkeit hält.

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Ein Drache bewacht wie es sich gehört die Schätze, die in seiner Höhle liegen oder ihm anvertraut wurden. Unter diesem Schätzen lag ihm ein großer Dunkeldiamant besonders am Herzen, der sich aber eines Tages selbständig auf den Weg machte und bis heute verschwunden ist. Der Drache bewachte diese Höhle treu, dennoch zog nach Jahren des Wartens weiter, da diese Wesen recht alt werden können und wissbegierig sind, brach er zu neuen Ausflügen auf sowie einer neuen Felsnsiche. Er hat in der Zwischenzeit auch gelernt, dass manche Dinge einen besonderen Anreiz durch ihr Strahlen erhalten oder ihre Aura und nicht nur durch ihre Beschaffenheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 04.07.2012, 11:19 
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Die Beschneidung von Mädchen und Frauen ist ja zurecht schon in vielen Ländern verboten, nur war das ja auch in vielen Ländern jahrhundertelang Tradition, da müssten die Moslems ja auch eigentlich gegen das Verbot sein, das Argument Tradition ist also doch kein felsenfestes und nur weil die Beschneidung von Jungen etwas weniger Folgen oder Risiken hat ist das nicht wirklich ein Argument das auch einfach so zu lassen.

Manche kommen mit dem Argument Hygiene aber man kann sich ja auch regelmäßig waschen, auch da unten, wirklich =D , und in Deutschland soll es ja größtenteils doch schon fließend Wasser geben. :roll:

Medizinischen Gründe für eine Beschneidung gibt es, sind aber wirklich eher selten, bei schweren Fällen von Vorhautverengung oder von Hauterkrankungen wie Lichen Sclerosus ist eine Beschneidung oft sinnvoll, eine Beschneidung aus religiösen Gründen ist und bleibt kein medizinisch notwendiger Eingriff und somit Körperverletzung.

Mir wird das Beschneiden von Jungen auch noch viel zu sehr verharmlost (auch gerade im Wachstum kann sich noch einiges verändern oder erst später eintreten), da gibt es sicher Fälle mit schweren Komplikationen, mit Verstümmelungen, spätere Harnröhrenproblemen, späterer Impotenz oder gar dem kompletten Verlust des Geschlechtteils, etc..., da kann ein Leben schon zerstört werden. ---> *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Das Risiko einzugehen, nur wegen einer Tradition die sich nicht mal mit der Religion begründen lässt, das ist nicht akzeptabel.

Nochmal wegen dem Argument Tradition, dann müssten sie die Beschneidung aber auch genauso wie vor hunderten Jahren durchführen, nicht mit den modernsten medizinischen Geräten und Verfahren, das hat ja dann mit der alten Tradition eben nicht mehr viel zu tun.
Geht es um ein bestimmtes traditionelles Ritual, so muss das im Großen und Ganzen über die Zeit unverändert bleiben, geht es aber nur darum die Vorhaut zu entfernen muss man das mal genauer begründen warum aber da hört man von den Gläubigen nix.

Warum muss einem Jungen um seine Zugehörigkeit zum Islam zu feiern die Vorhaut entfernt werden? Sollen sie doch einfach stattdessen nen Kuchen backen und ein schönes Familienfest feiern.

Es gibt ja nicht mal im Koran einen Satz der die Beschneidung von Jungen fordert, es hat also mit der Religion in Wirklichkeit nichts zu tun.
Tradition und Religion sind also hier nicht wirklich ein Argument.
Das ist einfach nur eine barbarische Unsitte die irgendwann von ungebildeten Leuten eingeführt wurde. Es wird Zeit damit aufzuhören, zum Wohle der Kinder.

Im Grunde vergreift sich ja jeder bei einer religiösen Beschneidung an einem Geschöpf Gottes, so wie es Gott erschaffen hat, eben mit dieser Vorhaut. Alleine das ist ein logisches Argument gegen die Beschneidung, was kein Gläubiger wirklich widerlegen kann aber mit Logik haben die ja sowieso nicht viel am Hut.

Es gibt in den islamischen Kreisen auch sicherlich keine kritische Diskussion ob das Beschneiden von Jungen falsch ist, da wird sich von innen heraus nix ändern.
Religionen oder große Religionsgemeinschaften sind nun mal grundsätzlich nicht wirklich kritisch aufgebaut, sind nicht an zeitgemäßen Veränderungen interessiert. Macht, Einfluss, eine große Verbreitung, zahlende und unkritische Mitglieder, das ist das Hauptinteresse.
Angegriffen fühlen die sich so oder sei bei allen Dingen die gegen sie entschieden werden, die hätten halt hier gerne Narrenfreiheit und Gespräche bringen da wenig bis nichts, da muss es nun mal klare Grenzen und in manchen Dingen eben Gesetze/Verbote geben.

"Das haben wir doch immer so gemacht.", "Das gehört sich doch so.", mehr kommt selten wenn man über irgendwelche angeblichen Traditionen in irgendwelchen Bereichen (nicht nur in religiösen) mal kritisch spricht.

Ich hab da auch kein Problem mit einer generellen Debatte darüber was Eltern mit ihren Kindern machen dürfen und was nicht, da kann es dann auch noch in anderen Bereichen ruhig Verbote geben, Kinder sind schließlich nicht das Eigentum der Eltern.

Ist aber nun mal so dass besonders im religiösen Bereich von kleinauf auf Kinder eingewirkt wird, ihnen da etwas aufgezwungen wird, ich würde sogar bei den Christen die Taufe und Kommunion von Kindern verbieten. Kinder sollten sich ohne religiöse Beeinflussung oder Indoktrinierung entwickeln können. Ab einem Mindestalter von etwa 16 bis 18 kann dann ruhig jeder machen was er will, wenn dann jemand wirklich einer Religion angehören will, bitteschön.

Und wenn Moslems glauben sie könnten die Beschneidung ihrer Jungen dann eben einfach im Ausland durchführen, also für Deutsche sowieso aber auch für Ausländer mit festem Wohnsitz in Deutschland werden die deutschen Gesetze ja nicht außer Kraft gesetzt nur wenn sie mal kurze Zeit über die Grenze sind, da wirds dann halt auch wenn sie wieder zurück sind und das rauskommt eben Anklagen und Verurteilungen geben müssen. Da sollen die Eltern dann wenigstens mal finanziell bluten, nachdem der Junge bei der Beschneidung bluten und leiden musste.

Würd mich nicht wundern wenn jetzt muslimische Familien ihren Hausarzt geradezu anbetteln dem Jungen da etwas zu bescheinigen dass er aus medizinischen Gründen beschnitten werden müsste aber da muss jeder Arzt dann selber wissen dass er da vielleicht sogar seinen Job riskiert.

Wird auch spannend wenn irgendwann mal sich wirklich einer traut seine Familie zu verklagen weil er als Junge eben nicht aus medizinischen Gründen beschnitten wurde, was dann passiert, müsste er ja eigentlich Recht und wohl ne Menge Geld bekommen. :kopfkratz:

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 07.07.2012, 09:13 
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Hat sich erledigt, Urteil ist egal, die ultimative Lösung ist in Vorbereitung. Bild

Zitat:
Söhne jüdischer und muslimischer Eltern sollen künftig beschnitten zur Welt kommen

Vertreter jüdischer und muslimischer Verbände waren entsetzt über das Urteil des Kölner Gerichts und bezeichneten es als schweren Eingriff in die Religionsfreiheit.

Überraschend konnten sich nun beide Gruppen am Wochenende einigen: zukünftig sollen Söhne jüdischer und muslimischer Eltern direkt ohne Vorhaut geboren werden. Dadurch wird eine schmerzhafte Beschneidung vermieden und zugleich die religiöse Zugehörigkeit gewahrt.

Nun werde man sich Gedanken über die technische Machbarkeit machen, heißt es aus Reihen des Zentralrates der Juden in Deutschland. Man habe bereits Kontakt zu Allah/Jahwe aufgenommen und sei zuversichtlich, hier innerhalb der nächsten Tage eine Lösung zu finden.

Von Allah/Jahwe heißt es, er sei ein wenig erstaunt und auch peinlich berührt, dass ihm diese Idee nicht selber schon viel früher gekommen ist. Millionen Jungen wären so schlimme Schmerzen erspart geblieben.

Quelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 12.07.2012, 18:02 
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Gestern gab es dazu eine Diskussionsrunde bei Anne Will in der ARD.
Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht. Es ist doch genau so verboten falsch zu parken, andere Leute zu schlagen, wiederholt schwarz zu fahren .. und trotzdem machen es ganz viele Menschen.

Eine Beschneidung ist nun mal nach dem deutschen Strafgesetz eine Körperverletzung. Aber nur "einfache Körperverletzung", und wird deshalb nur auf Antrag verfolgt. Strafanzeige können für das Kind aber nur die Eltern stellen- und gerade die haben ja die Beschneidung in Auftrag gegeben - und - allerdings rechtswidrig - in die Körperverletzung eingewilligt.
Jedoch sollte nun jeder Arzt wissen, dass er sich mit einer Beschneidung IMMER grundsätzlich auch strafbar macht. Ob es verfolgt wird, entscheidet der Einzelfall.
Damit ist vielmehr eine gewisse Rechtssicherheit geschaffen. Keiner kann sich mehr im Zweifel auf Unwissenheit berufen.

Interessant war gestern zudem die Argumentation des Berliner Oberrabbi.
Er führte aus, dass der zentrale Pinkt des Glaubens - bzw. einer der zentralsten Punkte des jüdischen Glaubens - die Beschneidung der Jungen am 8. Tag nach der Geburt ist. Ansonsten würde keine Verbindung zu Gott - und zur Gemeinde bestehen.

Was wäre das dann aber für ein armseliger Glaube, wenn alles an der vorsätzlichen Verstümmelung eines jeden kleinen Jungen liegt ? Wo bleibt der persönliche Glaube zu Gott - die innere Verbindung zum Glauben - die Überzeugung ? "Hängt" das alles buchstäblich an einem kleinen Stückchen Haut ?? Und wie ist dann da die Stellung der Frau ??
So ein "beschränkter" Glaube wäre/ist mir unbegreiflich - und da bin ich wirklich froh, Christ zu sein ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 18.07.2012, 21:31 
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Für morgen ist ja eine Sondersitzung in Berlin dafür vorgesehen,
die bekannten Bundes-CDUler, die SPD und Grünen möchten das deutsche Gesicht im Bezug darauf, dass Deutschland das einzige Land momentan sei,
wo man rituelle Religionsfreiheit wie Beschneidungen unter Strafe stellt, vor der weltweiten Öffentlichkeit ins rechte Bild rücken,
weil ein paar kleindeckende Parlamentarier einen Image-Schaden fürchten, weil man in die Themen von religiösen Lobby-Gruppen eingeschritten ist,
die als "schützendswert" gelten und so ein Gerichtsurteil ein Tabu-Bruch darstellt, selbst wenn der deutsche Kinderschutzbund das Urteil sehr begrüßte ...

stern.de hat geschrieben:
Berlin - Drei Wochen nach dem umstrittenen Kölner Beschneidungs-Urteil will der Bundestag ein Signal für die freie Religionsausübung setzen. Im Rahmen der Euro-Sondersitzung soll morgen eine fraktionsübergreifende Resolution beschlossen werden, in der sich die Parlamentarier dafür stark machen, die religiöse Beschneidung von Jungen zuzulassen. In dem Antragsentwurf heißt es, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung ohne unnötige Schmerzen bei männlichen Kindern grundsätzlich zulässig sein soll.


Es stimmt zwar, nach dem medizinischen Fachkräften wie Ärzten Stafe droht und alle geplanten Eingriffe abgesagt wurden, Befürchtungen da sind,
dass einige streng gläubige Eltern irgendwelche selbst ernannten Spezialisten aufsuchen oder vermögendere diese für den Glauben so wichtige Praxis kurz während des Urlaubs durchführen lassen, wenn die Eltern so kleinkariert sind, dass sie die das Gesamtbild (die Dynamik des Themas) werden sie nicht unzutreffend als unsozial kritisiert.
Dabei hat das Kölner auch Früchte auf einem nicht so fruchtbaren Boden getragen ...

Bisher gab es in der Türkei keine Debatte darüber, ob die Beschneidung die Rechte der Kinder verletzt. Seit dem Kölner Urteil ist das anders. Bei Diskussionen in Internet ließen zwar viele Kritiker der Entscheidung ihrer Verärgerung freien Lauf. Doch meldeten sich auch etliche Türken zu Wort, für die das Urteil in die richtige Richtung weist


Ich lasse mich mal morgen des Besseren belehren in der Hoffnung, dass mein Gefühl nicht recht und man die Sache mit den Mädel erneut totschweigt und es still hinnimmt, statt das man beide Themen angeht. Aber selbst wenn sich die Mehrheit des Bundestags uns auch die des Bundesrates einig sind, gibt es neben unserem Bundespräsidenten Joachim Gauck auch noch eine höhere Intanz, die schon andere sicher geglaubte Projekte (Gesetze) platzen ließ. -> Das Bundesverfassungsgericht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 18.07.2012, 22:33 
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Knuddelbär-balu hat geschrieben:
Interessant war gestern zudem die Argumentation des Berliner Oberrabbi.
Er führte aus, dass der zentrale Pinkt des Glaubens - bzw. einer der zentralsten Punkte des jüdischen Glaubens - die Beschneidung der Jungen am 8. Tag nach der Geburt ist. Ansonsten würde keine Verbindung zu Gott - und zur Gemeinde bestehen.
Dazu hatte ich eben etwas gelesen:
Deutsches Ärzteblatt hat geschrieben:
[...]
Wenn es um das Wohl des Kindes geht, ist immer auch nach möglichen Alternativen zu fragen. Eine solche Alternative bestünde etwa darin, die religiöse Beschneidung bis zum Vorliegen der Einsichtsfähigkeit des betroffenen Kindes zu verschieben, ihm also die Entscheidung zu überlassen. Während es im Islam keinen allseits verbindlichen Zeitpunkt für die Beschneidung gibt, orientiert das Judentum sich an den Worten der Bibel, worin der achte Tag nach der Geburt erwähnt wird. Es werden aber auch Ausnahmen zugelassen, etwa bei Krankheit oder körperlicher Schwäche. In derartigen Fällen wird man nicht ein Gläubiger zweiter Klasse, weshalb nichts dagegenspricht, solche Ausnahmen zu erweitern und die Beschneidung zu verschieben – vor allem wenn ein hohes verfassungsrechtlich geschütztes Rechtsgut betroffen ist.
[...]


Knuddelbär-balu hat geschrieben:
Was wäre das dann aber für ein armseliger Glaube, wenn alles an der vorsätzlichen Verstümmelung eines jeden kleinen Jungen liegt ? Wo bleibt der persönliche Glaube zu Gott - die innere Verbindung zum Glauben - die Überzeugung ? "Hängt" das alles buchstäblich an einem kleinen Stückchen Haut ?? Und wie ist dann da die Stellung der Frau ??
So ein "beschränkter" Glaube wäre/ist mir unbegreiflich - und da bin ich wirklich froh, Christ zu sein ...
Naja. Ich als agnostischer Atheist atheistischer Agnostiker Ungläubiger :roll: finde die Vorstellung, daß ich, obwohl ich mich absolut gut verhalten kann im Leben, nach Dogma einiger größerer Religionen trotzdem in der Hölle landen sollte, weil ich an keinen (oder, wenn ich religiös wäre, den falschen) Gott glaube, ebenfalls unbegreiflich. Ich würde sie deshalb aber nicht direkt "armselig" nennen.

Predkrieger hat geschrieben:
Intanz, die schon andere sicher geglaubte Projekte (Gesetze) platzen ließ. -> Das Bundesverfassungsgericht.
Ja, hoffen wir mal auf die "Mädels und Jungs in rot".

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 19.07.2012, 20:28 
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Resolution verabschiedet - Bundestag will Beschneidungen erlauben

Die religiöse Beschneidung von Jungen soll in Deutschland grundsätzlich erlaubt sein. Der Bundestag verabschiedete eine entsprechende Resolution mit breiter Mehrheit. Nun ist die Regierung am Zug.

Im Streit um die Rechtmäßigkeit religiöser Beschneidungen minderjähriger Jungen soll die Bundesregierung bis zum Herbst einen Vorschlag für die gesetzliche Regelung vorlegen. Eine große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten unterstützte eine entsprechende Entschließung von Union, FDP und SPD.

Quelle, ganzer Artikel: n24.de


Tja, unglaublich, die politische "Elite" zieht doch tatsächlich den Schwanz ein, kuscht gegenüber den religiösen Hardlinern für die sich nie etwas ändern soll, denen das Kindeswohl und Kinderrechte egal sind.

(interessanter Kommentar von Michael Schmidt-Salomon ---> klick)

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Eine Schande für dieses Land.

Da kann man nur hoffen dass, egal was Bundestag und Bundesregierung beschließen, wenigstens das Bundesverfassungsgericht noch klar im Kopf ist, entsprechende Fehlentscheidungen wieder kippt und sich für den Schutz der Kinder ausspricht. :frust:

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BeitragVerfasst: 19.07.2012, 22:02 
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... wirklich ein sehr guter, sehr interessanter Artikel von Michael Schmidt-Salomon.

Vielen Dank für die Info ...

Ich sehe das genauso ... .. allerdings gebe ich zu Bedenken, dass es zu einer vielleicht notwendigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auch einer entsprechenden Klage bedarf.
Und da könnte es scheitern - so, wie es bis dieser Tage gebraucht hat, bis einmal die Rechtswidrigkeit der beschneidung durch ein deutsches Strafgericht festgestellt wurde, Denn nach unserem Recht war eine Beschneidung auch schon vor 10, 20 oder 30 Jahren eine sstrafbare Körperverletzung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 21.07.2012, 22:50 
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Offener Brief zur Beschneidung: „Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein“

In der Beschneidungsdebatte appellieren mehr als 100 Mediziner und Juristen an Bundesregierung und Bundestag, die Kinder stärker zu schützen. Hier ist der volle Brief:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesminister, sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

Sie werden in den kommenden Wochen intensiv über eine gesetzliche Regelung zur Beschneidung von Jungen diskutieren. Diese Debatte hat in der Öffentlichkeit schon begonnen. Sie wird jedoch zunehmend von unwissenschaftlichen Momenten bestimmt. Es wird gefordert, jetzt schnell Rechtssicherheit herzustellen. Doch dieses wichtige Thema darf nicht eilfertig entsorgt werden. Wir setzen uns ein für eine Versachlichung der Diskussion. Kernpunkt ist die Abwägung der Grundrechte auf Religionsfreiheit von Erwachsenen mit dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung sowie die Achtung seiner Würde.

In diesem Zusammenhang kann die Religionsfreiheit kein Freibrief zur Anwendung von (sexueller) Gewalt gegenüber nicht einwilligungsfähigen Jungen sein. Dies ist für die Zufügung jeglicher Gewalt im Genitalbereich von Mädchen national und international schon lange Konsens. Hinsichtlich der Durchführung medizinisch nicht notwendiger irreversibler Genitalbeschneidungen von Jungen, verbunden mit hohem Risiko für bleibende genitale Beschädigungen und seelische und sexuelle Beeinträchtigungen, muss die öffentliche Debatte und Wahrnehmung offensichtlich noch weiterentwickelt werden.

Zusammenfassend kann man aus ärztlicher Sicht eindeutig sagen, dass es keine medizinischen Gründe für die Entfernung einer gesunden Vorhaut bei einem gesunden, nicht einwilligungsfähigen kleinen Jungen gibt. Sämtliche angeführten medizinisch-prophylaktischen Gründe (zum Beispiel Prävention sexuell übertragbarer Infektionen) lassen sich - wenn vom Betroffenen gewünscht - durch eine Beschneidung in einwilligungsfähigem Alter realisieren. Die Beschneidung ist auch nicht etwa mit dem Eingriff einer Impfung gleichzusetzen, da es bei einer Impfung um die dem Kind direkt zu Gute kommende Minderung von Gesundheitsrisiken geht.

Es herrscht eine bemerkenswerte Verleugnungshaltung und Empathieverweigerung gegenüber den kleinen Jungen, denen durch die genitale Beschneidung erhebliches Leid zugefügt wird. Dieses Leid ist mittlerweile in empirischen Studien ausreichend belegt. Mit religiösen Traditionen oder dem Recht auf Religionsausübung lässt sich dies nicht widerspruchsfrei begründen, zumal die Entwicklung der Kinderrechte in den letzten 300 Jahren in diesem Bereich nicht nur exklusiv den Mädchen zu Gute kommen kann. Denn das wäre mit dem Gleichheitsgrundsatz kaum zu vereinbaren.

Natürlich müssen in der laufenden Diskussion auch die Bedürfnisse, Befürchtungen und Traditionen der beteiligten religiösen Gruppen Berücksichtigung finden. Hier muss auch wechselseitiges Verständnis gefördert werden. Der schwerwiegende Vorwurf jedoch - unter assoziativem Verweis auf den Holocaust - durch ein Verbot der rituellen Jungenbeschneidung würde „jüdisches Leben in Deutschland“ unmöglich werden, ist für Vertreter des Kinderschutzgedankens nicht hinnehmbar. Es geht vielmehr darum, auch jüdisches und islamisches Leben im Rahmen der deutschen Rechtsordnung zu schützen. Als Kinder der Aufklärung müssen wir endlich die Augen aufmachen: Man tut Kindern nicht weh!

Das haben mittlerweile auch engagierte Gegner der Ritualbeschneidung wie Jonathan Enosch in Israel erkannt. Bei ihnen stieß das Kölner Urteil auf deutliche Zustimmung. Herr Nadeem Elyas, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrates der Muslime, hält beispielsweise den Zeitpunkt aus Sicht des Islam für variabel, eine besonders wichtige Aussage, da die Beschneidung im Alter von 4-6 Jahren aus entwicklungspsychologischer Sicht besonders gravierende psychotraumatische Wirkungen entfalten kann. In diesem Alter erfolgt die Konsolidierung der sexuellen Identität unter dem empathischen Schutz der Eltern. Warum sollte man nicht warten, bis der Betroffene einsichtig zustimmen kann?

Eine Lösung dieses Konfliktes kann nicht auf der Grundlage von Angst und Zwang erfolgen. Wir Unterzeichnenden bitten Sie als Gesetzgeber deshalb darum, auch den Kinderschutzgedanken und die Bedürfnisse der betroffenen Kinder zur Grundlage Ihrer Entscheidungsfindung zu machen. Wir werben dafür, dass Sie sich in dieser Angelegenheit eindeutig auf der Seite des Kindes positionieren, die Debatte auf wissenschaftlicher und rechtlicher Grundlage führen und Erkenntnisse der Hirn- und Präventionsforschung berücksichtigen. Um eine ausgewogene Lösung zu finden, sollten Sie sich Zeit nehmen für eine Diskussion, die alle Aspekte berücksichtigt. Das Thema Beschneidung ist zu sensibel für politische Schnellschüsse.

Düsseldorf, den 21.7.2012
Professor Dr. med. Matthias Franz, Universität Düsseldorf

Quelle, Liste der Mitunterzeichner: faz.net


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidung aus religiösen Gründen ist strafbar
BeitragVerfasst: 22.07.2012, 16:53 
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